Conclusio

Conclusio aus den sechs Diskussionsrunden anlässlich des „Event-Day 2019“ in der Messe Wien am 29.1.2019.

Vorwort
Zusammenfassung der Workshops
Links & Presse

120 Teilnehmer erarbeiteten gemeinsam sechs zukunftsweisende Themen für die Branche.

Vorwort

Was die Branche braucht?

ZUERST EINEN DANK AN ALLE TEILNEHMER FÜR DIE ZEIT UND DEN PRODUKTIVEN INPUT!

Die Zukunftsfragen hin und her zu wälzen bringt die gesamte Veranstaltungsbranche nicht weiter. Jedoch eine klare Haltung und einen offenen Diskurs mit Branchenexperten bringt Bewegung und auch Klarheit. Die Interessen aller Wirtschaftskammer - Mitglieder weiterhin stark zu vertreten und dadurch die Grundprinzipien der Live-Kommunikation zu stützen, das ist mein Anliegen!

Echte Erlebnisse in Zeiten der digitalen Revolution zu kreieren, dafür gibt es in unserer Branche viele Profis und die Eventbranche professionalisiert sich von Jahr zu Jahr. Verbesserungen der Rahmenbedingungen in Bezug auf ein einheitliches Veranstaltungsgesetz in Österreich bzw. dessen Harmonisierung, weitsichtige und fortschrittliche Aus- und Weiterbildung, klare Antikorruptionsbestimmungen, der rechtliche Umgang mit Arbeitszeiten und deren Flexibilisierung sowie den Punkt der Qualitätssicherung in der Eventbranche zu schaffen, dafür werde ich mit vollem Einsatz die Interessen der gesamten Branche vertreten.
Die Veranstaltungsbranche zählt zu einem der bedeutendsten Wirtschaftsfaktoren des Landes (lt. IHS Studie 2017 mit 8,9 Mrd. Euro an Wertschöpfung) und ich werde nicht müde, diesen wesentlichen Beitrag zum positiven Image Österreichs mit aller Kraft in den Mittelpunkt zu rücken.

Dies bedeutet auch mit Traditionen und Konventionen zu brechen, sich auf neues Terrain zu begeben, Gewohnheiten ablegen und neue Standards setzen. Das kennen Sie sicherlich bei ihrer Umsetzung von Erlebnissen, um auch ihre Kunden tagtäglich begeistern zu können. Die Eventbranche beschäftigt sich intensiv mit der Frage, welche innovativen Event-Formate können und müssen umgesetzt werden oder leiten sogar einen neuen Trend ein. Viel zu wenig beachtet wurde bisher, dass sich auch die Arbeitsweise der Agenturen und die Zusammenarbeit untereinander grundsätzlich verändern mu?, um zentrale Themen gemeinsam anzupacken und Veränderung herbei zu führen. Ergebnisse müssen schneller und effizienter erreicht werden und das geht nur miteinander.

Ein regelmäßiger Dialog untereinander schafft spannende Formate und hat ein großes Zukunftspotential. Durch neue Plattformen, wie zum Beispiel der Event-Day, der in regelmäßigen Abständen stattfinden soll, entsteht eine Dynamik mit zukunftsweisendem Output für die gesamte Eventbranche. Um weiterhin höchste Qualität und Professionalität liefern zu können, sind die Rahmenbedingungen ein wesentlicher Faktor und darum ist es mir ein Anliegen, diese Bedingungen nicht nur zu schaffen, sondern laufend weiter zu verbessern. Ich freue mich auf den 2. Event-Day 2019 im Herbst: Bleiben wir im Dialog und ich werde Sie über WK-Newsletter auf dem Laufenden halten.

Ihr Erik Kastner


Zusammenfassung der Workshops

1. Einheitliches oder harmonisiertes Veranstaltungsgesetz

Die Branche fordert bereits seit Jahren ein einheitliches, bundesweites Veranstaltungsgesetz, um Branchenteilnehmer maximale Rechtssicherheit und Gestaltungsmöglichkeit zu gewährleisten.

Zwei Optionen als Zukunftsvisionen:
1. Die Transferierung des Veranstaltungsgesetzes in die Bundeskompetenz und in der Folge eine Verfassungsänderung – dadurch entstünde ein einheitliches Bundes-Veranstaltungsgesetz.
2. Einen bundesweit einheitlichen Rahmen zu erarbeiten, der als Orientierung für die Bundesländer fungieren soll.

2. Forderung nach einem verbindlichen Eventboard

Die neue Veranstaltungshalle in Wien (St. Marx) wird in Angriff genommen. Es sollte auf jeden Fall nicht nur ein „Landmark“ werden, das sich optisch mit einem vielleicht futuristischen Aussehen präsentiert. Es müssen in die Planung aber auch Event-Experten eingebunden werden. Nach dem Prinzip „form follows function“!

Des Weiteren soll es in Zukunft - nach dem Vorbild der Vienna Filmcommission in Wien - eine Koordinationsstelle für Events geben. Eine Stelle, die die Kommunikation zwischen Veranstaltern, Agenturen, Eventmanagern und Behörden erleichtert und eine Beratungstätigkeit ausführen kann.

Ein „Vienna Event Board“ – nach dem ausgezeichneten und bewährten Beispiel von Rotterdam – wird in Wien installiert werden, welches ich um Belange der Eventindustrie, der Kunden und der Veranstalter kümmern wird. Die Zusammenarbeit mit der Stadt Wien und dem VCB (Vienna Convention Bureau) wird angestrebt.

3. Arbeitszeit und Flexibilisierung – Forderung nach Pauschalregulierungen.

Die Branche und ihre Mitarbeiter bewegen sich permanent in rechtlichen Grauzonnen. Das muss sich ändern. Ein Beispiel-Modell der Vienna Filmcommission gilt hier ebenfalls als Orientierung, um die heterogene Branche, die sehr variable Arbeitszeiten hat, entsprechend neu aufzustellen.

4. Klares Profil durch professionelle Aus- und Weiterbildung sowie gezielte PR-Arbeit.

Die Eventbranche assoziieren viele mit 'Party' und 'Fest', in der Praxis geht es um hochkomplexes Agieren und Organisieren um Kreativität und Erfahrung. Hier gilt es, das Berufsprofil in der Öffentlichkeit noch deutlicher zu stärken, den Event-Begriff sogar zu erweitern. Positive „Role Models“ oder „Show Reels“ der Branche durch gezielte PR-Arbeit werden präsentiert werden. An die Einführung des Lehrberufes „Eventkaufmann“ wird gearbeitet.

5. Antikorruptionsbestimmungen und Compliance - Definition eines dienstlichen Interesses

Die Kritik am Antikorruptionsgesetz für die Eventbranche wurde schon des Öfteren in der Öffentlichkeit diskutiert: Weil die darin enthaltene Formulierung „Missbrauch anvertrauter Macht zu privatem Vorteil“ sehr unklar sei. Es sei oft nicht einfach, den Wert einer Einladung zu errechnen.

Der Weg aus dem Dilemma: Eine Art „Zertifikat“ wie beim Spendengütesiegel oder bei den „Green Events“, dass diese oder jene Veranstaltung 'compliant' sei und den Normen des Österreichischen Antikorruptionsgesetzes“ entspreche, bzw. stärkere Klarstellung, „was ein dienstliches Interesse“ sei, sowie die Einführung einer abgestuften „Amtsträger Pyramide“.

6. Zertifizierung und Qualitätssicherung

Das bisherige System der Zertifizierung ist nicht ausreichend und man schlage vor, bei der Anmeldung für den Gewerbeschein automatisch auch Informationen über Qualitätssicherung zu vermitteln. Hier werden bereits Jungunternehmer mit der Qualitätssicherung und der nötigen Weiterbildung konfrontiert. „Der Wurm muss dem Fisch schmecken“ … also sollte sich das neu zu erstellende System nach Kundenwünschen und Auftraggeber-Bedürfnissen richten.


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